Christine Reber

Christian Fink (1831-1911)
Eine bedeutende Esslinger Persönlichkeit

Nach langer umfangreicher Recherche und Proben 
ist im April 2018 die Weltersteinspielung mit Liedern und Klavierwerken des Esslinger Komponisten Christian Fink (1831-1911) erschienen.

Christian Fink war eine prägende Figur des Esslinger Musiklebens im 19. Jahrhundert:
Als Leiter des Esslinger Lehrerseminars, Kantor der Stadtkirche St. Dionys, Gründer des Oratorienvereins, Komponist und Organist war er deutschlandweit bekannt. 
Seine Lieder und Klaviersonaten allerdings schlummerten bislang im Esslinger Stadtarchiv und sind nun hör- und erlebbar geworden.  
Finks romantisch-temperamentvolle Musik berührt unmittelbar das Herz der Zuhörer. 
Christian Fink (1831-1911) 
Lieder und Klavierwerke Vol. 1

Christine Reber, Sopran
Robert Bärwald, Klavier​
Robert Bärwald und Christine Reber, Januar 2018
Die neue CD "Christian Fink - Lieder und Klavierwerke Vol. 1" erschien im April 2018
Die CD käuflich erwerben:
"Christian Fink - Lieder und Klavierwerke" 
(18 Titel = 15 Lieder, 3 Sätze Klaviersonate)
für € 15,- plus Porto über  www.soundsofrmr.com

Für mehr Informationen zu Christian Fink: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Fink
Ch. Fink, "Gut' Nacht" (2018)
Ch. Fink, "Zwei Rosen" (2018)
Ch. Fink, "Die Schwalben sind gekommen" (2018)
Ch. Fink, "An der Wiege" (2018)
NEUE CD
Eine Zeitreise ins württembergische Musikleben des 19. Jahrhunderts

Der Name Christian Fink ist, wenn überhaupt als Komponist, heute nur noch Organisten ein Begriff, gehören doch seine Orgelwerke nach wie vor zum erweiterten Kanon des Organistenrepertoires. Dass dieser ungemein arbeitsame Mensch auch als Schöpfer von Liedern und Klavierwerken Großartiges leistete, hoffen wir auf unserer neuen CD hörbar gemacht zu haben. 
Als ich im Jahre 2011 durch einen befreundeten Musikwissenschaftsprofessor ins Stadtarchiv Esslingen geführt wurde und auf die dort im Dornröschenschlaf verharrenden Partituren Finks aufmerksam gemacht wurde, ahnte ich noch nicht welcher Schatz sich damit auftat. 
Fink wurde 1811 in Dettingen als Sohn eines Schulmeisters geboren und erfuhr seine Schulausbildung aufgrund der knappen Mittel seines Elternhauses am Stuttgarter Waisenhaus, wo er mit seinem musikalischen Talent rasch auf sich aufmerksam machte. An der Orgel wurde er zunächst von Konrad Kocher (1786–1872) unterrichtet, bevor er 1853 bis 1855 mithilfe eines Stipendiums von Olga Romanova, Gemahlin König Karls I. von Württemberg, zum Studium der Musik nach Leipzig und Dresden zog. Hier bekam er Unterricht von Ernst Friedrich Richter (1808–1879, Leipzig) und Johann Gottlob Schneider junior (1789–1864, Dresden) an der Orgel, Ignaz Moscheles (1794–1870) am Klavier und Moritz Hauptmann (1792–1868) in Musiktheorie. Nachdem er bereits ab 1849 als Aushilfsmusiklehrer am Lehrerseminar in Esslingen gearbeitet hatte, nahm er 1860 das Angebot an, dort die Nachfolge von Johann Georg Frech (1790–1864) als Musiklehrer sowie als Musikdirektor an der Stadtkirche St. Dionys anzutreten. Ab 1863 kam hierzu noch die musikalische Leitung des Esslinger Oratorienvereins. Alle drei Posten behielt Fink bis kurz vor seinem Ruhestand 1905 bei. Eine vergleichsweise kurze Episode war die zusätzliche Übernahme des Chores der Esslinger Liedertafel von 1861 bis 1869. Allein diese Tätigkeiten zeigen bereits deutlich, wie präsent Fink in der Stadt Esslingen war. Dass er auch prägend auf das Kultur- und Musikleben über die Stadtgrenzen hinaus gewirkt hat, bezeugen ihm bald zugetragene, hochrangige Ehrungen: Darunter 1862 die Verleihung des Professorentitels, 1885 die „Große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Ordens der Württembergischen Krone“ anlässlich seines 25-jährigen, sowie 1900 das „Ritterkreuz erster Klasse des Friedrich-Ordens“ anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums. Seine Kompositionen wurden zu regionalen wie überregionalen Anlässen in Auftrag gegeben und waren unter anderem auf Lieder- und Tonkünstlerfesten präsent. 
Die Tätigkeit am Esslinger Lehrerseminar war dabei von herausragender Bedeutung für das Wirken Finks. Die im 19. und frühen 20. Jahrhundert überall in Deutschland neugegründeten Seminare waren als Ausbildungsstätten für Volksschullehrer prägend. In der Seminarausbildung spielte Musik dabei eine entscheidende Rolle – innerhalb des Seminars, aber auch außerhalb, weil die Musiklehrenden im musischen und kulturellen Geschehen ihrer Städte tief verankert waren. 
Finks Zentrum in der täglichen Arbeit waren neben seiner wegweisenden Arbeit am Esslinger Lehrerseminar, die Kompositionstätigkeit und vor allem die wöchentliche Chorarbeit. Die Gründung des Oratorienvereins in Esslingen weist auf die große Zeit der Oratorienvereine und Sängerfeste hin, die in unserer Zeit ja bedauerlicherweise auf dem Rückzug sind. Es schlummert noch eine beachtliche Anzahl von Chorwerken und Liedern im Archiv die in diese Zeit zurückversetzen, in der ja auch nicht zuletzt der Stuttgarter Liederkranz gegründet wurde. Einen Teil dieser wunderbaren Werke, die im Zusammenhang mit dieser täglichen Arbeit entstanden sind, wird am 23.September zu hören sein. Darunter auch viele Lieder, die Christian Fink für seine Frau Rosa Fink schrieb, die über 30 Jahre lang die Solosopranpartien in den Aufführungen des Oratorienvereins sang. Kaum verwunderlich, dass viele dieser Lieder auch biographisch wichtige Ereignisse im Leben der beiden dokumentieren, wie am 23. September um 17 Uhr im Schubertsaal zu hören sein wird.                                                                                                        Robert Bärwald